Remis gegen Meister hauchdünn verpasst



Der Befreiungsversuch per Kopfbrücke ist JTNE-Kämpferin Manja Keller (li.) nicht mehr gelungen. Nach dem Armhebel von Katharina Hilger (PSG Brandenburg) konnte sie nur noch abschlagen. Foto Lühn


Neumünster – Das Minimalziel erreicht, die Sensation nur knapp verfehlt. Trotzdem überwogen bei den Frauen des JT Neumünster/Einfeld in der Judo-Bundesliga die enttäuschten Mienen. Einem 2:4 gegen den Deutschen Meister PSG Brandenburg folgte das klare 6:1 gegen die Hertener Panther.

"We will rock you", hallte es aus den Lautsprechern in der Falderahalle. Die Gastgeberinnen rockten gleich los. Nach der Führung von Tina Hild (-52 kg) hatte Simone Callender der zweimaligen Olympiateilnehmerin Sandra Köppen in der Gewichtsklasse +78 kg ein Unentschieden (fließt als null Punkte in die Wertung ein) abgeluchst. Die Strategie des Trainerteams Wolfgang Wittke/Raimund Geerdts schien nach dem Waza-Ari (kleine Wertung) von Anne Kätzler (-57 kg) gegen Frizzi Pörs aufzugehen.

Selbst als Martyna Trajdos gegen Franziska Pufahl (-63 kg) und Manja Keller gegen Katharina Hilger (-70 kg) knapp unterlagen, war das Remis in Reichweite. Strittig ging es zwischen JTNE-Kämpferin Gemma Gibbons und Antje Petsch zu. Die Britin Gibbons setzte eine Innensichel an, Petsch übernahm die Technik mit einem Opferwurf. "Blue, blue", schrie das Publikum und meinte, dass die im blauen Judogi kämpfende Gibbons den Ippon (Siegpunkt) verdient hätte. Hauptkampfrichterin Doris Grewe (Strausberg) blickte zu ihren beiden Partnern Jochen Bech und Astrid Machulik (beide Berlin). Bech zeigte auf Petsch, Machulik enthielt sich. "Wir waren uns mit 3:0-Richterstimmen einig", meinte Grewe. Empörung beim JTNE. Während Raimund Geerdts gegen die Hallenwand trat, meinte Wittke: "Mit Hilfe von Fernsehbildern und Zeitlupe hätten die Kampfrichter wahrscheinlich anders entschieden. Gerecht wäre ein Unentschieden." So lag JTNE 2:3 zurück und Schlusskämpferin Charina Jeromin (-48 kg) war zum Siegen verdammt. Doch mit einem Kopfwurf (Tomoe-Nage) beendete Tatjana Moskwina nach wenigen Sekunden alle JTNE-Träume auf ein Remis.

Im zweiten Kampf gegen "zahnlose" Hertener holte JTE leicht die angestrebten Siege. Nur Eileen Kühl (-63 kg) musste eine Niederlage hinnehmen. ör/ Kieler Nachrichten vom 14.05.2007